Innovation für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen bilden das Rückgrat der europäischen Wirtschaft und Industrie. Die ca. 23 Millionen KMU in Europa stellen 99% aller Unternehmen und ca. 80% der Arbeitsplätze bestimmter Industriebereiche im privaten Sektor, wie z.B. der Textilindustrie. Sie sind zudem der Motor für innovative Ideen und tragen zur Wettbewerbsfähigkeit in Europa bei.

Europäischer Innovationsrat - Pilotphase

Bereits im Herbst 2019 wird es in der Pilotphase des EIC erste Aufrufe für KMU, Start-ups  und Forscher in den beiden EIC Instrumenten Pathfinder und Accelerator geben, die das europäische KMU-Instrument in Teilen fortsetzen und weiterentwickeln werden. Die beiden Instrumente Pathfinder und Accelerator werden miteinander verbunden, um Innovatoren entlang der gesamten Kette nahtlos zu unterstützen, aber auch mit den anderen Säulen von Horizont Europa zu verknüpfen.

Der Pathfinder fördert radikal neue Forschung, potenzielle Marktinnovationen aus bahnbrechenden technologischen Ideen und Zukunftstechnologien mit bis zu 4 Mio. Euro pro Projekt (TRL 2 –TRL 4). Unterstützt werden die frühen Phasen der wissenschaftlichen und technologischen Forschung und Entwicklung, einschließlich Proof-of-Concept und Prototypen für die Technologievalidierung. Der Pathfinder ist offen für alle Arten von Innovatoren, von Einzelpersonen über Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, insbesondere Start-ups und KMU, von Einzelbegünstigten bis hin zu multidisziplinären Konsortien. Beteiligen müssen sich drei Partner aus drei unterschiedlichen Mitglieds- oder assoziierten Staaten.

Der Accelerator fördert die Kommerzialisierung hoch innovativer Innovationen ab TRL 6 mit insgesamt 2,5 Mio Euro pro Projekt. Es ist eine Anschubfinanzierung zur Förderung von Start-ups und KMU bei der Entwicklung und Unterstützung von Innovationen bis zu dem Punkt, an dem sie für private Investoren interessant werden. Im Rahmen der Anschubfinanzierung werden Unternehmen Zugang zu einer Mischfinanzierung (Finanzhilfen und Beteiligungen) von bis zu 15 Mio. EUR erhalten. Hiermit soll der Durchbruch marktschaffender Innovationen gelingen. Die Finanzierung erlaubt Unternehmen und Start-ups ein scaling-up und unterstützt sie bei der Markteinführung ab TRL 9 (in Horizont 2020, KMU-Instrument Phase 3).

Das KMU-Instrument in Horizont 2020

Das neue themenoffene KMU-Instrument im Rahmen des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 richtet sich ausschließlich an kleine und mittlere Unternehmen mit Wachstumspotenzial, Ideen mit hohem Innovationsgrad und europäisch bzw. international ausgerichteter Geschäftstätigkeit. Hier können KMU ihre konkreten Ideen zur Marktreife entwickeln. KMU dürfen, müssen aber nicht, wissenschaftliche Partner durch Aufträge einbinden. Im Gegensatz zu früheren KMU-Programmen ist bei dem neuen KMU-Instrument auch eine Einzelantragsstellung möglich.

Das KMU-Instrument ist ein Querschnittsthema und findet sich bei den Themen in den Programmschwerpunkten "Gesellschaftliche Herausforderungen" und "Führende Rolle der Industrie".

Die Steinbeis 2i GmbH und das Steinbeis-Europa-Zentrum beraten zum Programm und zur Antragstellung und führen Beratungstage durch. Die Maßnahme wird vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg finanziell unterstützt.

Förderung über das 3-Phasen-Konzept

Das KMU-Instrument ist dreiphasig konzipiert. Fördergelder können für Phase 1 und Phase 2 beantragt werden. Für beide Phasen gilt: Das Instrument greift ab dem Technologiereifegrad TRL 6. Das heißt, Forschungsergebnisse und ebenso ein Demonstrator sollten vor Projektstart vorliegen. Gefördert wird in der Regel die marktnahe Entwicklung ab "Demonstration unter Einsatzbedingungen". In Phase 1 ist eine Pauschalfinanzierung für Machbarkeits- oder Durchführungsstudien (50.000 Euro) vorgesehen. Phase 2 sieht eine 70 % Förderung für FuE- und Demonstrationsprojekte vor. Phase 3 soll sich auf die Einführung in den Markt konzentrieren.

Phase 1: Von der Idee zum Konzept - Machbarkeits- oder Durchführbarkeitsstudie:

  • Inhalt: Überprüfung der technischen Machbarkeit und kommerziellen Umsetzung der Idee für Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen inkl. Businessplan, Technologiereifegrad TRL 6
  • Fördersumme: 50.000 Euro pauschal; Dauer: ca. sechs Monate
  • Ergebnis: ein konkretisierter Businessplan als Grundlage für eine Bewerbung in Phase 2

Phase 2: Vom Konzept zur Marktreife

Förderung von Innovationsmaßnahmen, z.B. Demonstration, Testläufen unter realen Bedingungen, Prototypen, Pilotmaßnahmen, Scale-up und Downscaling, Design bis hin zur Marktumsetzung:

  • Inhalt: Überprüfung der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit der neuen Idee
  • Fördersumme: 0,5 bis 2,5 Mio. Euro; Dauer: 12 – 24 Monate, Förderquote: ca. 70 %; Inhalt u.a. der überarbeitete Businessplan nach der Machbarkeitsstudie
  • Voraussetzung: ein strategischer Businessplan, hohes Potenzial für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum, Technologiereifegrad TRL 6
  • Ergebnis: Businessplan mit erster Kommerzialisierungsstrategie

Phase 3: Kommerzialisierung:

  • Inhalt: Markteinführung, Produktion, Marketing, Vertrieb
  • Fördersumme: keine direkten Fördergelder, sondern non-monetäre Unterstützungsmaßnahmen, um den Markteintritt zu erleichtern, z. B. durch ein EU-Qualitätslabel, wodurch der Zugang zu Instrumenten der Risikofinanzierung erleichtert wird.
  • Voraussetzung: eine abgeschlossene Förderung durch Phase 2 und ein ausgearbeiteter Businessplan

Wie definiert die Europäische Kommission ein KMU?

Ihr Unternehmen ist nach EU-Definition dann ein KMU, wenn es die folgenden Kriterien erfüllt:

  • weniger als 250 Beschäftigte
  • höchstens 50 Mio. EURO Jahresumsatz oder 43 Mio. EURO Jahresbilanzsumme erwirtschaftet
  • max. 25 % des Unternehmens dürfen sich im Besitz eines Unternehmens befinden, das größer als ein KMU ist (in Bezug auf Umsatz und Anzahl der Beschäftigten)
  • nicht als KMU gelten: Forschungszentren, Forschungsinstitute, Vertragsforschungseinrichtungen oder Unternehmensberater.

Einen Schnelltest, bei dem Sie prüfen können, ob Sie die KMU-Kriterien erfüllen, finden sie unter http://www.zim-bmwi.de/kooperationsprojekte/old/kmu-schnelltest-1/kmu-schnelltest%2001.

Technologiereifegrade:

  • TRL 1 - Grundprinzipien beobachtet
  • TRL 2 - Technologiekonzept formuliert
  • TRL 3 - Experimenteller Nachweis des Konzepts
  • TRL 4 - Technologie im Labor überprüft
  • TRL 5 - Technologie in relevanter Umgebung überprüft (bei Schlüsseltechnologien im industrieorientierten Umfeld)
  • TRL 6 - Technologie in relevanter Umgebung getestet (bei Schlüsseltechnologien im industrieorientierten Umfeld)
  • TRL 7 - Test eines System-Prototyps im realen Einsatz
  • TRL 8 - System ist komplett und qualifiziert
  • TRL 9 - System funktioniert in operationeller Umgebung (bei Schlüsseltechnologien oder Raumfahrt wettbewerbsfähige Fertigung)

Veranstaltungen

24. Juli 2019, 10:00 - 11:30 Uhr

Webinar: Neue EU-Fördermöglichkeiten im EIC-Pilot von Horizon 2020 und Horizon Europe

Informieren Sie sich in unserem kostenlosen Webinar über die neuen Fördermöglichkeiten für KMU, Startups, Forschunseinrichtungen, Großunternehmen und Mid-Caps im Rahmen des EIC Piloten.

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1. Oktober 2019, 14:30 - 18:00 Uhr in Stuttgart

Überregionale Kooperation als Wachstumsfaktor für Bioökonomie-Unternehmen

Im Rahmen der beiden Projekte Vanguard Initiative und Medtech4 Europe lädt die Steinbeis 2i GmbH zum gemeinsamen Workshop im Bereich Bioökonomie ein: Lernen Sie die beiden Projekte kennen, erfahren Sie mehr über verschiedene Förderinstrumente für Unternehmen und tauschen Sie sich mit den anderen Teilnehmern aus.

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2. März 2020, 09:30 - 17:00 Uhr in Stuttgart

Open Innovation Kongress Baden-Württemberg 2020

Der Open Innovation Kongress hat sich inzwischen zu einer der größten Open Innovation Veranstaltungen in Deutschland entwickelt und findet am Montag, den 2. März 2020 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt.

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Ticket für KMU: Unser Einstiegsangebot in die EU-Innovationsförderung

Download
17. Juni 2019

Finanzierungsmöglichkeiten für KMU durch Cascading Funding

Aktuelle Aufrufe in unterschiedlichen Bereichen

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Links zum Europäischen Innovationsrat

 

Kontakt und Beratung

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Dr. Annette C. Hurst
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