Tourismus, Kultur- & Kreativwirtschaft erfolgreich in die digitale und grüne Transformation Mitteleuropas einbinden (Capacity2Transform)


linkes Foto: das Capacity2Transform-Konsortium während eines Partnertreffens in Košice im Oktober 2024
rechtes Foto: die Transferability-Konferenz mit 8 EU-finanzierten Projekten: Ein bewährtes Format für den Austausch von Projektergebnissen

In der Kultur-, Kreativ- & Tourismusbranche fehlen häufig passende Werkzeuge, Formate und Netzwerke, um digitaler und nachhaltiger zu werden. Gleichzeitig erhöhen Folgen von Krisen, Personalmangel und neue Anforderungen an Digitalisierung und Klimaschutz den Druck auf Unternehmen und Regionen.

Im Projekt Capacity2Transform (INTERREG Central Europe) haben wir Formate getestet, in denen Lernen und Ausprobieren zusammengehen. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit: KMU aus Tourismus und verwandten Bereichen arbeiteten gemeinsam mit Unternehmen und Akteur:innen der Kultur und Kreativwirtschaft (KKW) an konkreten Herausforderungen. Statt reiner Wissensvermittlung, entwickelten beide Seiten Lösungen direkt an echten Herausforderungen: KMU brachten Herausforderungen aus dem Alltag ein, die KKW neue Perspektiven, Methoden und kreative Ideen. So entstanden Lösungen, die sich schnell in der Praxis testen ließen.  

Kernidee: Transformation gelingt nicht durch „noch ein Training“, sondern durch gemeinsame Arbeit an klaren Problemen. Wenn KMU und Kreativschaffende Herausforderungen zusammen definieren, entstehen passgenaue Lösungen, die sich direkt ausprobieren lassen.

Der DGC-Ansatz: Vom Capacity Building zur Capacity for Transformation

Die im Projekt (mit)entwickelte Digital-Green-Creative (DGC) Methodik basiert auf drei Bausteinen:
1. Qualifizierung [Upskilling]: strukturiertes Lernen mit direktem Bezug zu regionalen Bedarfen,
2. Austausch [Peer Exchange]: Wissenstransfer und gegenseitiges Lernen zwischen Regionen und Akteursgruppen, und
3. Gemeinsame Entwicklung [Co-Creation]: interdisziplinäre Teams erarbeiten konkrete Ergebnisse zu realen Herausforderungen.

Was SEZ im Projekt konkret umgesetzt hat

Als Projektpartner hat das Steinbeis Europa Zentrum zwei Pilotprogramme in Baden-Württemberg umgesetzt (Mai 2024 bis April 2025) und eine zentrale Rolle beim Transfer der Ergebnisse übernommen. Zu den Highlights gehörten eine Storytelling Masterclass, eine Innovations-Workshop-Reihe sowie ein internationaler Austausch zu nachhaltigem Weintourismus mit 60 Teilnehmenden aus 13 Ländern.

Im Rahmen unseres Pilotprogramms haben wir außerdem einen Co-Creation-Workshop organisiert: Teilnehmende entwickelten in zwei interdisziplinären Teams innovative Geschäftsmodelle und stellten sie als kurze Video-Pitches vor:

Mehr Informationen (Rückblick & Einblicke) zum baden-württembergischen Pilotprogramm finden Sie hier.

Ein zentraler Beitrag des Steinbeis Europa Zentrums war, die Ergebnisse so aufzubereiten, dass andere Regionen und Akteure die Formate leicht nachmachen können. Dazu wurde ein Praxisleitfaden mit Schritt-für-Schritt-Vorgehen erstellt und Beispiele aus der Praxis erstellt.

Als Höhepunkt dieser Transferarbeit organisierte das Steinbeis Europa Zentrum die Transferability Conference am 4. Februar 2026 in Stuttgart mit 120 Teilnehmenden aus 17 Ländern, gemeinsam mit 7 weiteren EU-Projekten. Das Format kombinierte kurze Projekt-Pitches, moderierten Paneldiskussionen, Stakeholder-Testimonials und praxisorientierte Workshops. Praxispartner und Endanwender:innen waren aktiv eingebunden, damit Ergebnisse nicht nur vorgestellt, sondern direkt diskutiert und weitergedacht werden. Die Veranstaltung wurde als Good Practice ausgezeichnet.

                   

Publikation: Supporting digital, green and creative transformation in regions: A practical guide, Steinbeis Edition 2026, Authors: Dr. Clémentine Roth, Claudia Baracchini, Viktor Hegedūs, Adriána Henčeková, Jan Orava, Goran Pavlov, Katharina Riedmüller

Ergebnisse, die messbar und übertragbar sind

Auf Konsortiumsebene wurden 131 Upskilling-Aktivitäten mit 2.920 Teilnehmenden umgesetzt, aus denen 94 DGC-Ideen hervorgingen. Ergänzend fanden 12 Co-Creation-Workshops mit über 140 Teilnehmenden statt; daraus entstanden konkrete Lösungen, die als Video-Pitches dokumentiert wurden.

Damit Ergebnisse nicht mit dem Projekt enden, wurden dauerhafte Angebote aufgebaut:

  • ein Praxisleitfaden zur Replikation des DGC-Ansatzes als frei verfügbares EBook (Supporting digital, green and creative transformation in regions) bei der SteinbeisEdition
  • zwei Online-Plattformen, die Wissen und Materialien langfristig zugänglich machen: eine Peer-Learning-Plattform (Knowledge Factory) und eine Material/Publikationsplattform (Media Factory).
  • Obwohl Capacity2Transform Ende Februar 2026 abgeschlossen wurde, haben die Partner vereinbart, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Dafür unterzeichneten sie ein Memorandum of Understanding – mit dem Ziel, die Plattformen weiterzuführen, Pilotformate zu replizieren und neue Folgeinitiativen zu entwickeln.

Weitere Informationen:

Förderung: Europäische Kommission, INTERREG Central Europe
Fördersumme für alle Partner: 2,4 Mio. EUR
Beteiligte Länder: Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn,
Projektlaufzeit: 03/2023 - 02/2026

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Dr. Clémentine Roth
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