EU-Projekt XPRESS

Intelligente Lösungen für die flexible Fertigung

Das Steinbeis-Europa-Zentrum begleitete die mittelständische Harms & Wende GmbH von der Projektidee, über die Konzipierung des Antrages bis zu den Vertragsverhandlungen mit der Europäischen Kommission für das Projekt XPRESS. Ab dem 1. Januar 2007 war das Steinbeis-Europa-Zentrum als Partner im EU-Projekt für Wissensmanagement, Technologiestudien, Management von Geistigem Eigentum sowie finanzielles und administratives Projektmanagement verantwortlich.

XPRESS war eines der großen Verbundprojekte der Europäischen Kommission im Bereich der flexiblen Fertigung. Aktuelle Ansätze der flexiblen Fertigung hatten sich entweder auf flexible Konzepte auf der organisatorischen Ebene konzentriert oder haben den Nachteil, dass die Implementierung der Methoden den Aufbau einer vollständig neuen Produktionslinie erfordert. Der von XPRESS verfolgte Ansatz hingegen berücksichtigte alle Ebenen von der Produktionsplanung bis hin zur eigentlichen Fertigung:

Produktionssimulation zur Reduzierung von Produktionsanlaufzeit und Kosten

Um Kosten und Anlaufzeiten für Produktionsanlagen drastisch zu reduzieren, wurde in XPRESS eine Software entwickelt, die eine optimale Produktionskonfiguration ermöglicht. Das Ziel dabei war, Produktionskomponenten wie Schweißsteuerungen, Roboter und andere in der Simulation vorzukonfigurieren um diese dann im realen Einsatz ohne erheblichen zusätzlichen Aufwand in die Produktion integrieren zu können. Dies ermöglichte auch die Generation verschiedener Ausfallszenarien.

Neuartiges Produktionskonzept für eine flexible und multivariantenfähige Fertigung

Durch ein neuartiges Konzept für den Aufbau und die Zusammenarbeit von Produktionskomponenten wie Roboter, Steuerungen verschiedener Prozesse oder Transporteinrichtungen wurde es möglich, auf einer Anlage mehrere Varianten eines Bauteils zu fertigen. Die Umrüstzeit für einen Variantenwechsel wird dadurch drastisch reduziert und die Verfügbarkeit der Anlage erhöht.
Integrierte Qualitätssicherungsverfahren und Qualitätsmonitoring zur Überwachung der Produktion

Die in einer Anlage genutzten Prozesse wurden durch geeignete Qualitätssicherungsverfahren überwacht, so dass eine 100%-inline Überwachung des Prozesses möglich wurde. Dazu wurden für die zuständigen Prozesssteuerungen (Widerstandsschweißcontroller u.a.) intelligente QS-Methoden erforscht und entwickelt und in die Steuerungen integriert. Durch die Vernetzung der Prozesssteuerungen ist es dann möglich, Qualitätsdaten jedes Bauteils zu erfassen, auszuwerten und zu archivieren.

Projektlaufzeit: 01/2007 – 06/2011
Beteiligte Länder: Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Ungarn