EU-Projekt VicInAqua

Nachhaltige Fischzucht am Viktoriasee

Im EU-Projekt VicInAqua wird ein Systems für eine nachhaltige und umweltfreundliche Fischzucht in Verbindung mit einer effektiven Abwasserreinigung für die Region des Viktoriasees entwickelt. Basierend auf Abwasser-, Membran-, Nanotechnologien sowie Energie und Sensorik wird ein effizientes und robustes Reinigungssystem und eine dezentrale Energieversorgung entwickelt.

Dabei verfolgen die Partner einen integrierten Ansatz, um eine nachhaltige Kombination für die Behandlung von Abwässern aus sanitären Einrichtungen, Fischfabriken und einem re-zirkulierendem Aquakultursystem (re-cirulation aquaculture system = RAS) für die Wiederverwendung des Wassers in der Landwirtschaft im Victoriaseebecken zu entwickeln. In diesem integrierten, dezentralen Abwasserbehandlungssystem aus Haushalts-, fischverarbeitender Industrie sowie RAS-Abwasser werden die negativen Folgen durch unfiltriertes Abwasser auf das empfindliche Ökosystem des Victoriasees reduziert. Zugleich möchte das Projekt zur Ernährungssicherheit und Gesundheitsversorgung beitragen. Das System wird völlig autonom durch erneuerbare Energien (Photovoltaik, Biogas) betrieben.

Im RAS werden Fischlaiche großgezogen, die durch die optimale und ständig überprüfte Wasserqualität und Versorgung eine besonders hohe Qualität besitzen. Die Fischlaiche werden später an lokale Fischteichbetreiber zur weiteren Aufzucht übergeben.

Darüber hinaus wird ein neuartiger selbstreinigender Wasserfilter entwickelt und getestet, der aus einem hocheffizienten Partikelfilter sowie einem Membranbioreaktor (MBR) als Hauptbehandlungseinheit in einem kombinierten Behandlungssystem besteht. Das gefilterte, nährstoffreiche Abwasser geht wieder in die Aquakultur zurück und wird zusätzlich für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzt. Der gefilterte Überschussschlamm aus beiden Filtersystemen wird zusammen mit landwirtschaftlichen Abfällen und lokalen Wasserhyazinthen verwendet, um Biogas zu produzieren, welches wiederum der Energieversorgung dient.

Das Projekt weist sinnvolle Ansätze im Wassermanagement für die Landwirtschaft auf und berücksichtigt sozioökonomische Faktoren wie Ökobilanz- und Lebenszyklusanalyse. Zudem sollen auch die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine größere Ausgewogenheit der Geschlechter bei Entscheidungsfindungen für neue Lösungen in der Fischindustrie berücksichtigt und gefördert werden (durch Trainings, Kampagnen, Expertentreffen oder Best Practice Site Visits). Der verfolgte Ansatz steht Einklang mit den strategischen Leitlinien der Rio+20-Umweltziele der UNO.

Das Projekt wird vom Institut für Angewandte Forschung an der Hochschule Karlsruhe koordiniert. Insgesamt beteiligen sich elf Partner an der Forschung, darunter öffentliche Vertreter aus Tansania, Kenia und Uganda sowie eine Universität aus Kenia.

 Das SEZ ist Projektpartner und unterstützt:

  • die Forschungsarbeiten
  • in administrativen und finanziellen Fragen des Projektmanagements
  • die Kommunikations- und Verbreitungsaktivitäten im Projekt
  • die Verwertung der Forschungsergebnisse

Projektlaufzeit: 06/2016- 05/2019

Beteiligte Länder: Dänemark, Deutschland, Italien, Kenia, Malta, Tansania, Uganda

Portrait Sandrine Doretto
Dr. Sandrine Doretto
0721 93519 111