EU-Projekt POLYCITY

Energy networks in sustainable cities - EU-Projekt POLYCITY setzt grüne Energie für Stadtquartiere ein

Die Hochschule für Technik (HfT) und ihr Forschungszentrum Nachhaltige Energietechnik (zafh.net) haben als erste deutsche Fachhochschule mit POLYCITY ein EU-Millionenforschungsprojekt zur nachhaltigen Energieversorgung ökologischer Kommunen in hartem Wettbewerb nach Baden-Württemberg geholt. Das Steinbeis-Europa-Zentrum war Partner im Projekt, hat die Antragstellung begleitet und führte das administrative Projektmanagement durch. Der offizielle Startschuss mit einer Auftakt-Tagung (Kick-off Meeting) fiel am 10. Mai 2005 in Stuttgart.

Im Mittelpunkt des Projekts stand die Entwicklung innovativer Lösungen für den Einsatz von erneuerbaren Energien in urbanen Stadtvierteln in drei europäischen Ländern. In realen Bauprojekten mit wissenschaftlicher Projektentwicklung und Begleitforschung wurde gezeigt, wie der Anteil immer knapper und teurer werdender fossiler Brennstoffe zugunsten von Energie aus Sonne und Biomasse gesenkt werden kann. Das insgesamt 17 Millionen Euro an Investitionen umfassende Vorhaben wurde von der EU mit rund 8 Millionen Euro bezuschusst.

Mit POLYCITY hatte bundesweit zum ersten Mal eine Fachhochschule die Leitung eines Projekts in diesem Umfang inne. Die Leitung und Koordinierung des Projekts lag bei Dr. Ursula Eicker, die das Vorhaben zusammen mit ihren deutschen und europäischen Partnern konzipiert hatte. Ursula Eicker ist Professorin für Bauphysik an der HfT und leitet das Institut für angewandte Forschung der Hochschule sowie das Zentrum für angewandte Forschung - Nachhaltige Energietechnik (zafh.net). Das administrative Projektmanagement lag in den Händen des Steinbeis-Europa-Zentrums Stuttgart.

Scharnhauser Park/Deutschland

Das ehemalige Militärareal wurde zu einem Stadtquartier mit hoher Lebensqualität für 10.000 Einwohner ausgebaut. Zentrale Forschungsthemen waren: thermische Kühltechniken für die sommerliche Klimatisierung von Bürobauten, ganzjährige Nutzung von Solarenergie, Kraft-Wärme-Kältekoppelung und kommunales Energiemanagement auf der Basis modernster Informationstechnologien (online, real-time, betriebsbegleitende Simulation).

Cerdanyola del Vallés/Spanien

Im Norden von Barcelona entstand ein für 50.000 Einwohner geplantes Neubaugebiet mit integriertem Technologiepark. Hier lag der Fokus der Forschung auf Planung und Optimierung eines Nahwärme- und Nahkältenetzes mit innovativen Technologien: 11 MW modernste Gas-BHKWs, 2 MW Biomasse, 2.000 m2 solarthermische Kollektoren und thermische Kältetechnik im Megawattbereich.

Arquata, Turin/Italien

Ende des 19. Jh. entstand das Arbeiterviertel Arquata in Turin. Dieses wurde unter ökologischen Gesichtspunkten generalsaniert. Dabei zielte die Forschung besonders auf die Verbrauchsreduzierung in den Gebäuden bei geringen Kosten sowie auf die Einrichtung eines Nahwärmenetzes im Bestand ab.

Der Scharnhauser Park, Arquata und Cerdanyola del Vallés gehören damit zu den 58 ökologischen Vorzeige-Stadtquartieren der EU, die im Rahmen des CONCERTO-Programms der EU gefördert wurden und von deren Erfahrungen andere profitieren können. Die EU unterstützt damit Städte, die für größere Investitionen im Bereich erneuerbarer Energien bereit sind und eine Vorreiterrolle in Europa übernehmen wollen. Rund 20 weitere Kommunen aus ganz Europa und darüber hinaus waren daran interessiert, als Beobachter an POLYCITY teilzunehmen. Sie wollten die Erkenntnisse für eigene, teils schon geplante Bauvorhaben nutzen.

Die EU förderte mit POLYCITY erstmals angewandte Forschung im kommunalen Bereich in einem Projekt dieser Größenordnung. An allen drei Projektorten waren Stadtverwaltungen, Bauinvestoren, Energieunternehmen und Forschungsinstitute als Projektpartner beteiligt:

Deutschland:

  • zafh.net - Zentrum für angewandte Forschung Nachhaltige Energietechnik, Hochschule für Technik Stuttgart
  • Steinbeis Europa Zentrum Stuttgart
  • Stadt Ostfildern
  • Siedlungswerk Stuttgart GmbH
  • Stadtwerke Esslingen
  • Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH
  • Institut für Energiewirtschaft, Universität Stuttgart

Spanien:

  • Consorci Urbanistic del Centre Direccional de Cerdanyola del Vallés
  • erritory and Sustainability Department, Generalidad de Catalunya
  • Institut Català d'Energia
  • Centre d'Innovació Tecnológica en Revalorització Energética i Refrigeració, Universitat Rovina i Virgili
  • Fundació Privada Institut Ildefons Cerdà
  • Groupement Eurorégional des Systèmes Photovoltaiques

Italien:

  • Agenzia Territoriale per la Casa della Provincia di Torino
  • Azienda Energetica Metropolitana di Torino Società per Azioni, Turin
  • Centro Ricerche Fiat Società Consortile per Azioni, Turin
  • Politecnico di Torina
  • Comune di Torino

außerdem:

  • PIMOT, Danzig/Polen
  • École Polytechnique Montréal, Kanada

Projektlaufzeit: 05/2005 - 05/2011
Teilnehmende Länder: Deutschland, Italien, Kanada, Polen, Spanien

Portrait Valerie Bahr
Valerie Bahr
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