EU-Projekt FlashPhos

Nachhaltige Produktion von hochwertigem weißem Phosphor unter Verwendung von Klärschlamm

Elementarer weißer Phosphor (P4) ist für Schlüsselindustrien wie im Lebensmittel- und Pharmasektor unverzichtbar und daher ein strategischer Rohstoff von hoher Relevanz. Obwohl es in Europa genügend in Klärschlamm verborgene Phosphorreserven gibt, ist die Europäische Union fast vollständig von Importen von weißem Phosphor aus Kasachstan, Vietnam und China abhängig. Das Ziel von FlashPhos ist daher, ein thermochemisches Verfahren zur nachhaltigen Produktion von hochwertigem weißem Phosphor unter Verwendung von Klärschlamm als Ausgangsmaterial in großem Maßstab zu demonstrieren. FlashPhos wird die erste und einzige Technologie in Europa sein, die weißen Phosphor für die chemische Industrie produziert und gleichzeitig eine Lösung für die problembehaftete Klärschlammentsorgung bietet. Ermöglicht werden soll dies in einem ökonomisch und ökologisch sinnvollen und klimafreundlichen Kreislaufwirtschaftsprozess.

Umsetzung von Klärschlamm in reine Sekundärrohstoffe und nutzbare Wärme

Das FlashPhos-Verfahren ist eine schnell reagierende Hochtemperatur-Flugstromvergasung von Klärschlamm und anderen sekundären Phosphatquellen wie Tiermehl. Outputstoffe des Prozesses sind neben recyceltem P4 als Hauptprodukt ein klimafreundlicher alternativer Zementrohstoff, eine Eisenlegierung sowie ein Schwermetallkonzentrat als wertvolle Rohstoffe für die Metallindustrie. Das bei der Vergasung entstehende Gas und die überschüssige Wärme können in Zementwerken genutzt werden, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Somit werden diverse wertvolle Rohstoffe, die allesamt in der europäischen Industrie Verwendung finden und teilweise kritische oder CO2-relevante Rohstoffe ersetzen, nahezu emissions- und abfallfrei erzeugt.

Markteinführung bis 2028

Während des vierjährigen Innovationsprojekts wird das industrielle FlashPhos-Verfahren in einer Pilotanlage mit bis zu 400 kg/h Klärschlammdurchsatz demonstriert. Bis 2025 soll die erste FlashPhos-Pilotanlage in Europa im vollen Umfang errichtet werden. Gemeinsam mit einem Industriekonsortium wollen die Projektpartner mit der Produktion von weißem Phosphor im industriellen Maßstab in 2028 beginnen.

Das Projekt wird von der Universität Stuttgart koordiniert. Das SEZ hat die Antragstellung begleitet und übernimmt als Projektpartner die Rolle des administrativen Projektmanagements, die Verbreitung und Verwertung der Projektergebnisse und die Kommunikation.

Projektlaufzeit: 05/2021 - 04/2025
Beteiligte Länder: Belgien, Deutschland, Italien, Österreich, Spanien

Dieses Projekt wird mit Mitteln aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union unter der Finanzhilfevereinbarungsnummer 958267 gefördert.

Portrait Jennifer Bilbao
Dr. Jennifer Bilbao
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