Grüne LogistikEuropas Weg zu grüner Logistik – EU-Projekt ADMIRAL zeigt vier mögliche Wege
Wie kann die Logistikbranche ihre Emissionen senken und gleichzeitig effizienter werden? Das EU-Projekt ADMIRAL (Advanced Multimodal Marketplace for Low Emission and Energy Transportation) liefert Antworten – mit innovativen Technologien, 20 starken Partnern und vier praxisnahen Pilotprojekten in Europa.
Das Steinbeis Europa Zentrum war als Projektpartner für die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich und übersetzte die fachlichen und technologischen Inhalte in unterschiedliche Sprachen für verschiedene Zielgruppen. Darüber hinaus unterstützte es die Partner bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen, insbesondere in Bezug auf den Vertrieb nachhaltiger Logistikdienstleistungen über eine digitale Plattform. Es wirkte als Referent an verschiedenen Webseminaren mit und führte den Dialog mit Logistik-Organisationen. Dadurch erhielt das Konsortium einen besseren Blick auf die praktischen Herausforderungen, die sich gerade für kleinere Unternehmen in der Umsetzung von EU-Regulierungen ergeben.
Der Güterverkehr in Europa verursacht einen erheblichen Anteil an den weltweiten Treibhausgasemissionen. Bislang liegt der Fokus von Unternehmen bei der Einsparung von Emissionen in erster Linie auf direkten Emissionen aus selbst kontrollierten Energiequellen, die u.a. durch den Betrieb eigener Fahrzeuge ausgestoßen werden, und indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie, beispielsweise Strom. Damit bleiben indirekte Emissionen innerhalb der Liefer- und Nutzungskette, zum Beispiel der Transport von Rohstoffen durch einen externen Dienstleister, weitgehend unberücksichtigt. Hinzu kommt, dass es bisher wenig Anreize für Logistikunternehmen gibt, emissionsärmere Dienstleistungen einzukaufen, da eine entsprechende Vergleichbarkeit entlang der Lieferkette schwierig herzustellen ist.
Mit der Entwicklung eines digitalen Marktplatzes für multimodale Logistikdienstleistungen bietet das EU-Projekt ADMIRAL gerade kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, verschiedene Anbieter in Bezug auf ihren Preis, aber ebenso in Bezug auf ausgestoßene Emissionen zu vergleichen und so eine „grünere Wahl“ zu treffen.
Ein digitaler Marktplatz für multimodale Logistik
Mit der ADMIRAL Plattform ist ein Marktplatz entstanden, der es ermöglicht, die gesamte Infrastruktur einer Lieferkette zu verwalten, einschließlich aller darin enthaltener Emissionen. Zur Erprobung emissionsreduzierter Logistikdienstleistungen und Demonstration der Plattform wurden Pilotprojekte in vier europäischen Regionen durchgeführt: Portugal-Spanien, Slowenien-Kroatien, Litauen und Finnland.
In den vier Pilotregionen kommen unterschiedliche KI und digitale und Technologien zum Einsatz, um die Logistik effizienter, emissionsärmer, und kollaborativer zu gestalten.
- Portugal–Spanien: Aufbau eines emissionsarmen Logistikkorridors zwischen Sines (PT) und Madrid (ESP). Ziel: Modalwechsel von Straße zu Schiene.
- Finnland: KI-gestützte Optimierung von Hafenprozessen im Hafen HaminaKotka – für effizientere Lagerplanung und weniger CO₂.
- Litauen: Entwicklung eines Transportplanungstools zur Reduktion von Leerlaufzeiten im Straßentransport.
- Slowenien–Kroatien: Vernetzung und Kosten- sowie CO2-Optimierung des aktuell isoliert operierenden Post-und Lieferverkehrs in Slowenien und Kroatien durch direkte Lieferrouten, weniger Leerfahrten und transparente Informationen zum Emissionsverbrauch.
Technologien im Einsatz
- Künstliche Intelligenz zur Planung und Simulation
- Digitale Plattform für multimodale Logistikangebote –
- CO₂-Berechnung u.a. basierend auf eCMR Daten und Telematik
- Transportplanungstools mit Echtzeitdaten
Das Projekt wurde von einem Konsortium aus 20 Partnern aus 9 europäischen Ländern unter der Koordination von VTT umgesetzt. Dazu gehören Forschungsinstitute (z. B. LNEC, CERTH), Logistikunternehmen (z. B. CargoGo, Kroatische und Slowenische Post), Technologieanbieter (z. B. Awake.AI, Trevio) und öffentliche Einrichtungen und Hafenbetreiber (Steveco, APS)
- Förderung: Europäische Kommission, Horizon Europe
- Förderbudget für alle Partner: 7.294.412 EUR
- Beteiligte Länder: Deutschland, Finnland, Griechenland, Italien, Kroatien, Litauen, Portugal, Slowenien, Spanien
- Projektlaufzeit: 05/2023 - 04/2026
Kontaktieren Sie uns!
- Tel: +49 721 935191 17
- E-Mail: jacqueline.fritz@steinbeis-europa.de
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