EU-Projekt ISLANDERDigitale Energielösungen für Europas Inseln - Borkum geht als Pilotinsel voran

Das ISLANDER Konsortium besucht die Wasserstoffspeicheranlage in Borkum, März 2025.

Nach fünf Jahren gemeinsamer Arbeit ist das EU-Forschungsprojekt ISLANDER, das im Rahmen des Horizon 2020 Programms gefördert wurde, offiziell zu Ende gegangen. Ziel des Projekts war es, die Dekarbonisierung europäischer Inseln zu beschleunigen und ihre Energieunabhängigkeit zu stärken.

Unter der Koordination von AYESA aus Spanien setzte sich das Konsortium aus elf Partnern aus sieben europäischen Ländern zusammen, darunter Forschungseinrichtungen, kleine und mittlere sowie Großunternehmen. Das Ziel war die Entwicklung und Umsetzung innovativer Technologien, die speziell auf Inselkontexte zugeschnitten sind. Die deutsche Insel Borkum diente dabei als Pilotstandort für die Einführung intelligenter Energiesysteme, erneuerbarer Technologien, Strategien zur Bürgerbeteiligung sowie Softwareplattformen und mobiler Anwendungen. Über Borkum hinaus legte das Projekt die Grundlage für die Übertragung der entwickelten Ansätze auf vier sogenannte Follower-Inseln: Cres (Kroatien), Lefkada und Skopelos (Griechenland) sowie Orkney (Vereinigtes Königreich) und deren umliegende Archipele.

Am 24. September 2025 fand die Abschlussveranstaltung des ISLANDER-Konsortiums online statt, um über die Projektergebnisse und Erfolge zu berichten.

Projekterfolge

Im Verlauf des ISLANDER-Projekts demonstrierten die Partner, wie integrierte intelligente Energielösungen Inselsysteme transformieren können, hin zu mehr Resilienz, Effizienz und Klimaneutralität. Im Fokus stand die Entwicklung und Umsetzung eines intelligenten Energiemanagementsystems, das erneuerbare Energiequellen und hybride Energiespeicher bündelt und optimiert.

Part of the seawater district heating system, installed on Borkum.

Wichtige Projekterfolge auf einen Blick:

  • Intelligentes Energiemanagement: Entwicklung einer IT-Plattform zur Optimierung des Betriebs erneuerbarer Energiequellen und hybrider Speicherlösungen. Zusätzlich wurde eine mobile App entwickelt, die es Bürgern ermöglicht, aktiv an der Dekarbonisierung teilzunehmen.
  • Integration erneuerbarer Energien: Installation dezentraler Photovoltaikanlagen mit Energiespeichern in 30 Haushalten und drei Gebäuden auf Borkum sowie Aufbau eines Nahwärmenetzes, das Meereswärme nutzt.
  • Innovative Speicherlösungen: Einführung hybrider Speichertechnologien, darunter Wasserstoffspeicher, Lithium-Ionen-Batterien und Ultrakondensatoren.
  • Integration von Elektromobilität: Aufbau einer Vehicle-to-Grid (V2G)-Ladestation zur Erhöhung der Netzflexibilität.
  • Bürgerbeteiligung: Gründung der Borkumer Energiegemeinschaft, die es den Bewohnern ermöglicht, aktiv an der Energiewende teilzunehmen und lokale Verantwortung zu übernehmen.

Diese Maßnahmen tragen direkt zur Vision „Borkum 2030+“ bei, einer umfassenden Strategie, die vorsieht, dass die Insel bis 2030 nachhaltig, klimaneutral und emissionsfrei wird. Dies soll erreicht werden, indem sämtliche Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität CO₂-frei bereitgestellt wird.

Unterstützung durch das Steinbeis Europa Zentrum

Das Steinbeis Europa Zentrum unterstützte gemeinsam mit der Nordseeheilbad GmbH Borkum (NBG) den Aufbau einer Energiegemeinschaft auf Borkum. Zu den Aufgaben gehörten die Planung und Durchführung von Informationsworkshops sowie die Unterstützung bei Entwicklung eines Pilotprojekts und der Erstellung eines Businessplans. Das Ziel war klar: Die Borkumerinnen und Borkumer sollen durch aktive Teilhabe an der Energiewende mitwirken und die lokale Energieproduktion direkt in die eigene Hand nehmen. Die Gründung der Genossenschaft mit dem Namen Energiewelle Borkum eG fand am 8. März 2025 in Borkum statt.

Weiter lesen: Steinbeis Europa Zentrum begleitet Gründung einer Energiegemeinschaft auf Borkum - Steinbeis DE

Wirkung, Replikation und Weiterverbreitung

Das ISLANDER-Projekt hat den Weg für die Übertragung seiner Lösungen auf andere europäische Inseln geebnet. Den Anfang machen die vier Follower-Inseln und deren Nachbararchipele. Für jede Insel wurden detaillierte Replikationspläne erstellt, die das lokale Potenzial zur Umsetzung der auf Borkum getesteten Technologien bewerten. Durch den engen Austausch mit lokalen Akteuren wurde sichergestellt, dass die Lösungen den lokalen Bedürfnissen entsprechen und die Erfolgschancen steigen. Die im Rahmen der Pilotprojekte gewonnenen Erkenntnisse wurden in praxisnahe Empfehlungen überführt, um eine breitere Anwendung zu unterstützen und die Markteinführung der ISLANDER-Technologien vorzubereiten.

Ausblick

Auch wenn das ISLANDER-Projekt offiziell abgeschlossen ist, bleiben die Konsortialpartner dem Ziel verpflichtet, die Dekarbonisierung von Inseln in Europa und darüber hinaus zu unterstützen. Die im Projekt entwickelten Werkzeuge, Technologien und Methoden werden weiterentwickelt und verbreitet, um Regionen auf dem Weg zu klimaneutralen Energiesystemen zu begleiten.

Zur Projektwebsite : https://islander-project.eu

„Wir sind stolz auf das Erreichte und gespannt, wie unsere Lösungen auf den Follower-Inseln und darüber hinaus weiterleben werden.“

Alfredo Gonzalez Naranjo, Projektkoordinator von ISLANDER bei AYESA

Kontaktieren Sie uns!

Karoline Haack
Robert Gohla
Kontaktieren Sie uns

Kontaktieren Sie uns!

Karoline Haack
Robert Gohla

Kundenreferenzen