EU-Projekt ChinaAccess4EU

Zugang zu chinesischen Forschungs- und Innovationsprogrammen für Europas Forscher

China ist in den letzten Jahren zu einer der weltweit führenden Nationen in den Bereichen Forschung, Technologieentwicklung und Innovation geworden. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) sind in dieser Zeit beständig gestiegen und lagen im Jahr 2006 weltweit an zweiter Stelle weltweit hinter den USA.

Bereits im Jahr 1978 hat die Europäische Union ein Handelsabkommen mit China geschlossen und ist seitdem daran interessiert, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Ein Wissenschafts- und Technologieabkommen wurde 1998 unterzeichnet. Als Folge öffnete die EU ihr Forschungsrahmenprogramm für chinesische Wissenschaftler. Chinesen partizipieren seitdem an den europäischen Programmen, umgekehrt ist die Teilnahme europäischer Akteure an den chinesischen Programmen jedoch gering. 317 chinesische Forscherteams nahmen an über 200 Forschungsprojekten im 6. Forschungsrahmenprogramm teil. Im Bereich Forschermobilität sind es hingegen weniger als 10 Chinesen und nur ein Europäer, die von den EU-Maßnahmen profitierten.

Das EU-Projekt ChinaAccess4EU, in dem das SEZ Partner war, wirkte diesem Ungleichgewicht entgegen. Es hatte sich zum Ziel gesetzt:

  • eine bessere Wahrnehmung der chinesischen Forschungs- und Innovationsprogrammen in Europa zu erreichen und entsprechend die Beteiligungsmöglichkeiten für Europäische Forscher zu verbessern,
  • die Anzahl der FuE-Kooperationen zwischen China und der EU zu erhöhen, besonders die Beteiligung von Europäern an chinesischen Programmen,
  • ein besseres Verständnis des chinesischen Forschungssystems in Europa zu entwickeln sowie die gegenseitige Abstimmung zu verbessern.

Um das zu erreichen wurden folgende Aktivitäten durchgeführt:

  • Identifizierung der Beteiligungsmöglichen an chinesischen Forschungs- und Innovationsprogrammen sowie deren Bekanntmachung in Europa,
  • Untersuchung, wie viele europäische Forscher sich momentan an chinesischen FuE-Programmen beteiligen,
  • Erhöhung des Anteils europäischer Wissenschaftler an chinesischen Programmen um 50 % während der Projektlaufzeit,
  • Durchführung von Veranstaltungen mit dem Ziel, 15 konkrete Forschungskooperationen zwischen Europa und China zu initiieren,
  • Formulierung v on Empfehlungen, wie die Beteiligung europäischer Wissenschaftler an chinesischen Programmen erhöht und damit die Gegenseitigkeit der europäisch-chinesischen Kooperationsvereinbarungen verbessert werden kann.

Die elf Projektpartner kamen aus öffentlichen Einrichtungen mit Expertise in den Bereichen Wissenschaft, Innovation und Technologietransfer sowie aus Forschungseinrichtungen in fünf europäischen Ländern und China.

Das Steinbeis-Europa-Zentrum war für die Zusammenstellung von Informationen zu europäisch-chinesischen FuE-Kooperationen zuständig sowie für strategische Empfehlungen an die Europäische Kommission, wie mehr Forscher zu Kooperationen in China animiert werden können, um so mittelfristig die Gegenseitigkeit europäisch-chinesischer Kooperationsvereinbarungen insgesamt zu verbessern.

Projektlaufzeit: 01/2010 - 06/2012
Beteiligte Länder: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Portugal

Portrait Eduardo Herrmann
Eduardo Herrmann
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