EU-Projekt RegStrat

Unterstützung regionaler Entscheidungsträger bei der Anwendung von strategischen Politikinstrumenten zur Erhöhung von FTI-Investitionen

Das Projekt RegStrat setzte an der Tatsache an, dass viele regionale Entscheidungsträger immer noch zögern, stärker in Forschung, Technologie und Innovation (FTI) zu investieren, weil ihnen die Entscheidungsgrundlage dazu zu schwach erscheint und daher die damit verbundene Unsicherheit zu groß ist. Um diesem Problem zu begegnen, stand bei RegStrat die fallspezifische Verknüpfung und Anwendung bisher meist isoliert genutzter, strategischer Politik (SP)-Instrumente wie Vorausschau (Foresight), Technikfolgenabschätzung, Evaluation, Benchmarking und Innovationsaudits im Vordergrund. Ein kombinierter und systematischer Einsatz dieser Instrumente auf regionaler Ebene soll zur erfolgreicheren Gestaltung und Umsetzung von FTI-Politiken und -Strategien beitragen. Damit sollen bessere, und in vielen Fällen notwendig höhere FTI-Investitionen erreicht werden, um so langfristig die – unternehmerische und regionale – Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

RegStrat zielte darauf ab, regionalen Akteuren die Gewinnung des nötigen Wissens zu erleichtern und damit die grundlegende Verbesserung ihrer Entscheidungsgrundlagen zu ermöglichen. Da die Gewinnung strategischen Wissens kostenintensiv ist und seine „Übersetzung“ in politisches Handeln erheblicher Erfahrung und Anstrengungen bedarf, legte das Projekt auch einen Schwerpunkt auf die Erleichterung von Netzwerkbildung und auf den Know-how-Austausch zwischen den Regionen und mit relevanten Institutionen auf der EU-Ebene.

Die Ergebnisse des Projektes wurden in Form eines praktischen Leitfadens (Guide) und eines umfassenden Handbuchs (Compendium) aufbereitet. Beide Dokumente sollen es den Entscheidungsträgern in Europas Regionen erleichtern, sich über die Möglichkeiten der Anwendung von SP-Instrumenten zu informieren, die besten geeigneten Instrumente zu identifizieren und deren Einsatz optimal zu konzipieren und zu begleiten. Der RegStrat-Leitfaden ist für alle Interessierten verfügbar und kann hier heruntergeladen werden. Um die Anwendbarkeit und Benutzerfreundlichkeit des Handbuchs und des Leitfadens zu untersuchen, wurden in allen sechs Partnerregionen Pilotprojekte durchgeführt, bei denen SP-Instrumente getestet und anschließend Empfehlungen zur zukünftigen Verwendung der Instrumente erarbeitet wurden. In diesem Rahmen führte das SEZ 2007 für Baden-Württemberg und die Lombardei eine Workshop-Reihe durch, um Kooperationsmöglichkeiten zwischen den beiden Regionen in zukunftsträchtigen Technologiefeldern zu untersuchen.

Zum Abschluss des Projekts wurde im März 2008 eine Abschlussveranstaltung in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Brüssel organisiert. Dort diskutierten Vertreter der EU-Kommission, Projektpartner und regionale Entscheidungsträger aus den Partner- sowie weiteren interessierten Regionen die Ergebnisse und nächste Schritte, die die Nachhaltigkeit des Projekts über dessen Laufzeit hinaus sicherstellen.

RegStrat wurde von der Europäischen Kommission, GD Forschung, im Rahmen der „Wissensregionen 2“-Initiative gefördert. Neben dem Steinbeis-Europa-Zentrum Stuttgart als Koordinator umfasste das Projektkonsortium folgende Partner:

  • Forfás, nationale Politikberatungs-Agentur für Unternehmen, Handel, Wissenschaft, Technologie und Innovation in Dublin, Irland;
  • IReR, Regionale Forschungsinstitut der Lombardei in Mailand, Italien;
  • Fundecyt, Stiftung für Forschung und Entwicklung in Badajoz, Extremadura, Spanien;
  • WUT, Technische Universität Wroclaw in Breslau, Niederschlesien, Polen; und
  • IBS, Institute of Baltic Studies in der Region Tartu, Estland.

Um die Nachhaltigkeit von RegStrat zu gewährleisten, wurden die Projektergebnisse im EU-Projekt CReATE, das im RegStrat-Nachfolgeaufruf im 7. Forschungsrahmenprogramm gefördert wurde, aufgegriffen und zur Weiterentwicklung regionaler Cluster angewandt.

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Portrait Sabine Hafner-Zimmermann
Sabine Hafner-Zimmermann
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