EU-Projekt CluStrat

Innovationen voran bringen, durch neue Clusterkonzepte für Wachstumsbranchen und Querschnittsthemen

Wie kann die Innovationskraft der Regionen durch wettbewerbsfähige Cluster nachhaltig gestärkt werden? 18 Projektpartner aus fünf mitteleuropäischen Ländern arbeiteten im Projekt CluStrat von Oktober 2011 bis November 2014 an neuen Clusterkonzepten für eine bessere Erschließung wichtiger Wachstumsbranchen. Im Zentrum standen die Potenziale einer systematischen Implementierung von Querschnitts- bzw. Schlüsseltechnologien sowie von Innovationen an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Branchen und Dienstleistungen. Im Mittelpunkt des Projekts standen die Wachstumsbranchen Aktiv im Alter, nachhaltige Entwicklung / grüne Wirtschaft sowie nachhaltige / intelligente Mobilität. Zugleich wurden Querschnittsthemen wie Gender in Innovationsprozessen, Internationalisierung und Wissens- und Technologietransfer beleuchtet. Auch hier ging es darum, wie Cluster durch die Integration dieser Zukunftsthemen profitieren können.

Übergeordnetes Ziel des Projekts war es, die regionale Wettbewerbsfähigkeit im INTERREG-Programmraum Central Europe (Mitteleuropa) langfristig zu stärken. Unter enger Einbeziehung der Clusterpolitik auf regionaler, nationaler und transnationaler bzw. europäischer Ebene entwickelten die Projektpartner in so genannten regionalen, nationalen und transnationalen Politikdialogen neue Politikansätze für die Cluster-Politik.

Die Ergebnisse des Projekts unterstreichen die Notwendigkeit einer vorausschauenden Clusterpolitik, die Chancen an Schnittstellen erkennt und entsprechende interdisziplinäre Kooperationen innerhalb und zwischen Clustern – auf regionaler Ebene sowie regionen- und länderübergreifend – im Einklang mit der regionalen Intelligenten Spezialisierung unterstützt.

Im Februar 2014 stellten die Projektpartner zentrale Aspekte einem internationalen Publikum in Brüssel vor, darunter: (1) eine systemische Koordination der Akteure und Kompetenzen über alle relevanten Technologien und Branchen hinweg, um die Qualität und den Umfang der Zusammenarbeit, die erforderlich ist, zu erzielen, (2) ein nachfrageorientierter Ansatz, der die Endverbraucher in allen Phasen des Innovationsprozesses einschließt, und (3) die Einbindung der Kenntnisse über der Möglichkeiten der Schlüsseltechnologien (KET). Die KETs umfassen laut Europäischer Kommission folgende Technologien: Mikro- / Nanoelektronik, die Nanotechnologie, die Photonik, fortgeschrittene Werkstoffe, die industrielle Biotechnologie und neue Fertigungstechnologien.

Weiterhin wurden die insgesamt acht Pilotaktionen zu neuen Clusterkonzepten in den Projektregionen zu Ende geführt und evaluiert. In Kooperation zweier tschechischer und eines slowakischen Partners wurde beispielsweise eine Vorgehensweise getestet, die zur Schaffung neuer Cluster führte, welche die sektorenübergreifende Natur vieler Wachstumsbranchen von Anfang an berücksichtigen. In der tschechischen Region Mähren-Schlesien wurde so ein neuer Cluster zur sozialen Innovation ins Leben gerufen. Im tschechischen Karlsbad wurde die Bildung eines Cluster zum Thema Wellness und Bäderkunde vorbereitet. In der Slowakei wurde auf regionaler Ebene eine Innovationspartnerschaft im Bereich Landwirtschaft und nachhaltige Landschaftspflege gegründet.

Darüber hinaus haben die Projektpartner eine Vielzahl an querschnittsorientieren Kooperationen innerhalb und zwischen bestehenden Clustern stimuliert. Beispielsweise wurde in den italienischen Regionen Venetien, Piemont und Friaul-Julisch-Venetien ein Cluster „Intelligentes Wohnens und Bauen“ angestoßen. In Baden-Württemberg führte das Projekt auf Anregung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft zur Gründung der Initiative Smart Home&Living.

Die Ergebnisse und Erfahrungen flossen in ein umfassendes Strategiepapier ein, Außerdem wurden Politikempfehlungen, Aktionspläne und konkrete Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Die Projektergebnisse wurden bei der Abschlusskonferenz im September 2014 in Venedig vor rund 120 Teilnehmern vorgestellt.

Das Steinbeis-Europa-Zentrum hat das Projekt in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg koordiniert und wurde vom Ministerium finanziell unterstützt.

Projektlaufzeit: 10/2011 - 09/2014
Beteiligte Länder: Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn (und Ukraine, ohne finanzielle Beteiligung)

 

Portrait Petra Püchner
Dr.-Ing. Petra Püchner
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