Success Stories
Technologietransfer aus der Solarenergie in die Biomedizin
Titan-Nitrid-Beschichtung als blutverträgliche Oberflächenbeschichtung für Implantate
Die Firma TiNOX Gesellschaft für Energieforschung und Entwicklung mbH, 1994 in München gegründet, etablierte eine hoch-innovative optische Funktionsschicht im Markt, die als selektiver Absorber für Sonnenkollektoren eingesetzt wurde.
TiNOX wollte seine Technologie einerseits auf den internationalen Markt bringen, andererseits suchte das Unternehmen nach neuen Märkten. Der kleinen Technologiefirma fehlten allerdings die finanziellen Ressourcen und das fachspezifische Know-how, um ihr Material für einen neuen Markt zu evaluieren. Es stellte seine Projektidee dem Steinbeis-Europa-Zentrum in Stuttgart vor. Die Innovationsexperten führten eine Bewertung durch, um die strategische Bedeutung eines zukünftigen Geschäftszweiges der Biomedizin zu erfassen. Die physikalischen Eigenschaften der Beschichtung ließen sich in weiten Bereichen variieren und waren dadurch auch attraktiv für die Beschichtung medizinischer Implantate. Es stellte sich heraus, dass die Aufgabe gut im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes realisiert werden konnte.
Unterstützung durch das SEZ
Mit Unterstützung des Steinbeis-Europa-Zentrums stellte TiNOX einen erfolgreichen Forschungsantrag im Programm Biomed 2 im 4. Forschungsrahmenprogramm. Das genehmigte Projekt „Novel surface coating for biomedical devices” ermöglichte es, eine Art virtuelles Forschungslabor aufzubauen, an dem eine Vielzahl von Schichten mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften bezüglich ihrer Bioverträglichkeit untersucht werden konnten.
Die erforderlichen Tests wurden von namhaften Forschungseinrichtungen in Europa in Zürich, Utrecht und Newcastle durchgeführt. Zwischen 1996 und 1999 entwickelte TiNOX eine Beschichtung, die zu einer deutlichen Verminderung der Blutgerinnung und der Adhäsion von Bakterien führte. Darüber hinaus ergaben sich Hinweise darauf, dass TiNOX für die Beschichtung von Koronarstents geeignet ist. Erste Tierversuche zeigten ein spektakuläres Ergebnis. Um bis zu 60% wurde die Wucherung der Endothelzellen im Vergleich zum unbeschichteten Kontroll-Stent vermindert.
Dank der Unterstützung des SEZ und mit Hilfe der europäischen Partner konnte das TiNOX-Material für den Biomedizin-Markt getestet werden. Die Technologie war damit bereit für die industrielle Vermarktung in Europa.
Ansprechpartner SEZ
Dr.-Ing. Petra Püchner, Tel. 0711 123 4012
Email: puechner@steinbeis-europa.de
