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Internationale Konferenz diskutiert Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten im Donauraum
„Smart Specialisation - Regionalpolitisches Instrument zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Kooperation im Donauraum“
24.05.2012
Europaminister Peter Friedrich: Das Land Baden-Württemberg zählt von jeher zu den treibenden Kräften der Donauraumstrategie – sie bietet politisch und wirtschaftlich große Chancen. Das Konzept „Smart Specialisation“ unterstützt die Regionen, ihre Stärken zu erkennen und zielgerichtet einzusetzen
Am 24.05.2012 lud das Land Baden-Württemberg als Koordinator der Priorität „Wettbewerbsförderung“ im Rahmen der EU-Donaustrategie zu einer internationalen Konferenz in das Neue Schloss nach Stuttgart ein, die sich mit „Smart Specialisation“ befasste. Die Veranstaltung, die vom Land Baden-Württemberg in Kooperation mit der Europäischen Kommission durchgeführt und vom Steinbeis-Europa-Zentrum organisiert wurde, brachte rund 100 Entscheider, Praktiker sowie Experten aus dem Donauraum und europäischen Einrichtungen aus 15 Ländern zusammen, von denen ein Drittel aus dem Ausland stammte. Ziel war es, die Chancen sowie die Herausforderungen der „Smart Specialisation“ zu erkennen, um mögliche Anwendungsfelder und Projekte zu identifizieren, die Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenarbeit voranbringen.
Das Konzept der „Smart Specialisation“ spielt eine Schlüsselrolle in der Zusammenarbeit der europäischen Regionen im Rahmen der Donauraumstrategie. „Smart Specialisation“ kennzeichnet ein neues regionalpolitisches Instrument, das von der Idee des intelligenten Wachstums ausgeht. Jede Region hat im Hinblick auf ihr Innovationspotenzial ihre eigenen Stärken. Statt sich möglichst breit aufzustellen, geht das Konzept von einer europäischen Zusammenarbeit und Ergänzung von Spezialisierungen aus. Denn wenn jede Region ihre Aktivitäten und Mittel auf genau die Bereiche konzentriert, in denen auch ihre Stärken und Potenziale liegen, kann sie dort Spitzenleistungen erbringen und sich im weltweiten Wettbewerb behaupten. Im Austausch mit anderen europäischen Regionen können diese sich somit ergänzen. Ziel der „Smart Specialisation“ ist es, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit aller Beteiligten zu steigern. Viele Möglichkeiten der grenzüberschreitenden, interregionalen sowie transnationalen Zusammenarbeit können sich daraus ergeben. Insbesondere für die Länder des Donauraumes, die mit verschiedenen strukturellen Herausforderungen konfrontiert sind, bietet „Smart Specialisation“ vielfältige Chancen.
„Die EU-Donauraumstrategie ist ein europapolitischer Schwerpunkt der Landesregierung, sie wird in allen Ressorts vorangetrieben. Das Land Baden-Württemberg zählt von jeher zu den treibenden Kräften der Strategie – sie bietet politisch und wirtschaftlich große Chancen. Das Konzept „Smart Specialisation“ unterstützt die Regionen, ihre Stärken zu erkennen und zielgerichtet einzusetzen“, betonte der baden-württembergische Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten bei der Veranstaltung.
„Die Europäische Kommission will die Kohäsionspolitik enger mit der Forschungs- und Innovationspolitik verknüpfen, um die bestmöglichen Ergebnisse im Bereich Wachstum und Beschäftigung zu erzielen. Mit den Smart Specialisation-Strategien soll die Wettbewerbsfähigkeit aller europäischen Regionen erhöht werden, um so Wissenschaft und Innovation auf Weltniveau zu fördern“, so Normunds Popens, stellvertretender Generaldirektor der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäische Kommission.
Hochrangige Redner der Europäischen Kommission, des Landes Baden-Württemberg und anderer Länder des Donauraumes diskutierten auf der Konferenz die zunehmende strategische Bedeutung des Konzeptes der „Smart Specialisation“. Dabei wurden zunächst die europäischen Instrumente zur Nutzung von „Smart Specialisation“ vorgestellt. Als ausgewählte Regionen, die bereits über Forschungs- und Innovationsstrategien zur Förderung von Smart Specialisation verfügen, präsentierten anschließend Österreich, Südmähren, Flandern und Baden-Württemberg Beispiele aus der Praxis. Zuletzt wurde das Konzept der „Smart Specialisation“ insbesondere in Hinblick auf die Stärken und Chancen im Donauraum beleuchtet.
Hintergrundinformationen
Die Donauraumstrategie
Die Strategie der Europäischen Union für den Donauraum wurde 2011 verabschiedet. Zum Donauraum gehören Regionen in acht EU-Staaten (Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Slowenien, Bulgarien und Rumänien) sowie in sechs Nicht-Mitgliedsstaaten (Republik Kroatien, Republik Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Ukraine und Republik Moldau). Derzeit sehen diese sich mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert: beispielsweise mit unterschiedlichen sozialwirtschaftlichen Entwicklungen oder fragmentierten Innovationssystemen. Um diesen Herausforderungen entgegenzutreten, zielt die Donauraumstrategie darauf hin, die Abstimmung und Zusammenarbeit der beteiligten Länder und Regionen zu verbessern. Im Zentrum stehen Verbesserungen in den Bereichen Verkehrsanbindung, Energie, Umwelt, sozio-ökonomischen Entwicklung und Sicherheit. Die Strategie soll den Wohlstand im Donauraum erhöhen, die Umsetzung europäischer Rechtsvorschriften in den beteiligten Staaten fördern und auf diesem Wege auch diejenigen Staaten, die noch nicht EU-Mitglieder sind, näher an eine Mitgliedschaft heranführen und insbesondere der Verwirklichung der Ziele der Strategie Europa 2020 dienen.
