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INTERREG IVB Informationsveranstaltung am 21. Januar 2010 in Weingarten

„Innovationspotenziale nutzen durch transnationale Zusammenarbeit“

21.01.2010

„Mein Ziel mit dieser Veranstaltung ist es, die baden-württembergischen Akteure noch stärker in diesem immer wichtiger werdenden Europa zu vernetzen und noch mehr europäische Fördermittel nach Baden-Württemberg zu lenken“, sagte Richard Drautz, Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg auf der Informationsveranstaltung zu den „INTERREG IVB-Programmen“ der Europäischen Union am 21. Januar in Weingarten. Zu der Veranstaltung hatten das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, das Steinbeis-Europa-Zentrum und die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben eingeladen.

Drautz begrüßte es, dass in den INTERREG Programmen die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen an Projekten möglich ist: „Dieses EU-Programm passt zur wirtschaftspolitischen Strategie unseres Landes, es bietet Förderung für den Mittelstand und unterstützt die Innovationspolitik.“ Ein vorrangiges Ziel der Programme sei es, eine Brücke zwischen verschiedenen Akteuren zu schlagen: zwischen den Kommunen, Akteuren der öffentlichen Verwaltung, kleinen und mittleren Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Erfreulich sei auch die Auswahl der förderfähigen Themen: Innovation, die Verbesserung der räumlichen Erreichbarkeit, die verantwortungsvolle Nutzung der Umwelt und schließlich die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität von Städten und Regionen. Dies seien alles Themen, die für Baden-Württemberg von hoher Relevanz seien.

Drautz betonte, dass aktuell 58 baden-württembergische Projektpartner bereits mit großem Erfolg an 49 INTERREG IVb und IVC-Projekten beteiligt sind; so zum Beispiel die Hochschule Heilbronn mit dem Projekt INNOTRAIN IT, das Innovationstraining für den Mittelstand anbietet oder die inno AG aus Karlsruhe mit dem Projekt CERIM, das sich erfolgreichen Methoden des Technologietransfers widmet. Projektpartner in INTERREG-Projekten sind auch der Regionalverband Donau-Iller in Ulm mit einem Projekt zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene, die Stadt Ulm mit zwei Projekten, das Institut für Seenforschung der Landesanstalt für Umweltschutz und Naturschutz in Langenargen am Bodensee zum Thema Seenmanagement im Alpenraum, das Landwirtschaftliche Zentrum in Aulendorf im Bereich Milchwirtschaft, um einige Organisationen aus dem Raum Bodensee-Oberschwaben zu nennen.

Drautz wies darauf hin, dass in Kürze eine neue Broschüre mit dem Titel „Innovation durch INTERREG“ erscheinen wird, die einige herausragende Projekte dokumentiert. Die darin dargestellten INTERREG IVB und IVC-Projekte behandeln alle das Thema Innovation. Sie wurden vom Wirtschaftsministerium ausgewählt und vom Steinbeis-Europa-Zentrum recherchiert und dargestellt.

Prof. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben hob in seiner Begrüßung hervor, dass innovatives Denken und Handeln entscheidende Grundlagen des Erfolgs dieser Wirtschaftsregion seien. Weiteres Potenzial sieht er insbesondere in der Internationalität des Standorts: „Unsere zentraleuropäische Lage im Dreiländereck um den Bodensee bildet ein Alleinstellungsmerkmal, das durch nutzbringende grenzüberschreitende Zusammenarbeit noch weiter ausgebaut werden kann.“

Vertreter der nationalen Programm-Kontaktstellen der INTERREG IVB - Kooperationsräume Alpenraum, Mitteleuropa und Nordwesteuropa erläuterten die Fördermodalitäten. Ein Förderschwerpunkt ist z.B. das Themenfeld „Innovation“:

• die Verbesserung des staatenübergreifenden Technologietransfers
• Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
• transnationale Marketingaktivitäten regionaler Cluster
• der Ausbau von Unternehmensnetzwerken
• die Verwertung von Technologien
• die Entwicklung von Innovationsstrategien über mehrere Staaten hinweg.

Bis zum Ende der gegenwärtigen EU-Förderperiode 2007 – 2013 stehen noch etwa 320 Millionen Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für transnationale Projekte in den oben genannten INTERREG-Kooperationsräumen zur Verfügung.

Aktuell ist das Steinbeis-Europa-Zentrum im Auftrag des Wirtschaftsministeriums als regionale Beratungsstelle für die INTERREG-Programme tätig. Es berät interessierte Antragsteller und informiert die Fachöffentlichkeit Baden-Württemberg. Darüber hinaus bietet es Unterstützung bei der Partnersuche, Feedback zu Projektskizzen sowie einen Nachrichtenservice. Ziel ist es, die Chancen auf EU-Fördermittel für Unternehmen, Kommunen, Städte, regionale Wirtschaftsförderer sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu erhöhen.