Open Innovation - Herausforderung für Unternehmen und Innovationspolitik
Um auch in der zunehmend globalen wissensbasierten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben, arbeiten immer mehr Unternehmen verstärkt mit strategischen Partnern in einer „Open Innovation“-Strategie zusammen. Als Gründe werden oft genannt: die steigende Komplexität von Innovationsprojekten, der zunehmende globale Wettbewerb, die Verkürzung von Innovations- und Produktlebenszyklen und die Auslagerung von Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Konzentration auf eigene Kernkompetenzen.
Open Innovation und EU-Förderung - Herausforderung und Chancen für Unternehmen
Bei der „Open Innovation“-Strategie geht es um die grundlegende Öffnung des Innovationsprozesses im Unternehmen überall dort, wo es dem Unternehmenserfolg dient. Dies erfolgt durch die systematische Kombination von internem mit externem Know-how, z.B. durch die Vermarktung eigener Ideen über Dritte bzw. die Verwertung von fremdentwickeltem Wissen oder Technologien für eigene Zwecke. In diesem offenen Innovationsprozess hängen Erfolg oder Misserfolg von Wissensaufbau, Technologieentwicklung und Transfer in neue Produkte und Dienstleistungen in großem Maße von der Fähigkeit des Unternehmens ab, strategische Partnerschaften und Netzwerke mit anderen Organisationen zu entwickeln und zu koordinieren.
Das SEZ unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von zukunftsgerichteten „Open Innovation“-Strategien. Gemeinsam mit dem Unternehmen werden der gegenwärtige und zukünftige Technologiebedarf des Unternehmens identifiziert, das internationale Umfeld auf mögliche technologische Lösungen und Partner untersucht und so Technologiekooperationen bzw. europäische Forschungsprojekte angebahnt. Hierbei kommen unterschiedliche Instrumente und Techniken des strategischen Innovationsmanagements wie z.B. Innovationsaudits, Umfeld- und Technologiebeobachtung/-bewertung, Technology Scouting oder Technologie-Roadmapping zum Einsatz.
Wir wollen insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen den Nutzen von strategischem Wissen für langfristige Investitionsaktivitäten und Strategieplanung veranschaulichen. Solches Wissen, das z.B. aus zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Prozessen der Technologievorausschau und Technikfolgenabschätzung zur Verfügung steht, kann die Entscheidungsgrundlage für die Entwicklung und Umsetzung erfolgreicher Innovationsstrategien in Unternehmen entscheidend verbessern. Wenn sie daran Interesse haben, unterstützt das SEZ sie auch bei der Suche nach europäischen Fördermöglichkeiten für entsprechende Innovationsprojekte. Ein Beispiel für Open Innovation ist das EU-Projekt Connect-2-Ideas, das sich Technologiekooperationen zwischen multinationalen Unternehmen (MNU) und kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) widmet.
Open Innovation - Herausforderung für die Innovationspolitik
Die Umsetzung von „Open Innovation“-Strategien durch Innovationsakteure und damit die aktive strategische Nutzung des Unternehmensumfelds zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Regionen stellt die klassische Forschungs-, Technologie- und Innovations- (FTI) Politik vor große Herausforderungen. Zukunftsweisende FTI-Politik in diesem komplexen, sich ständig verändernden Umfeld erfordert Handeln mit politikfeldübergreifender Perspektive, das Einbeziehen aller relevanten Innovationsakteure, und die Entwicklung von flexiblen Entscheidungsmechanismen und strategischen Werkzeugen zur Unterstützung auch von horizontalen, technologieübergreifenden Verflechtungen.
Das SEZ berät politische Entscheidungsträger bei der Entwicklung und Umsetzung von systemischen FTI-Politiken. Hierbei spielt die Unterstützung der horizontalen, politikfeld- und technologieübergreifenden Strategieentwicklung und Kooperation sowie die Integration von europäischen, nationalen und regionalen Perspektiven mit Hilfe strategischer Politikinstrumente, die entlang des gesamten Politikkreislaufs angewendet werden können, eine zentrale Rolle.
In diesem Zusammenhang unterstützt das SEZ auch die Zusammenarbeit von nationalen und regionalen Forschungsministerien und Forschungsfördereinrichtungen im Rahmen des EU-Projekts VISION ERA-NET. Aus einer europäischen Gesamtschau heraus werden vorhandene FTI-Strukturen und Förderprogramme analysiert und verglichen. Im Zentrum des Interesses stehen dabei die strukturellen und administrativen Hindernisse einer intensiveren transnationalen Zusammenarbeit, sowie die Handlungsmöglichkeiten zur Überwindung dieser Barrieren.