Strategische Politik- und Managementinstrumente (SPI)
Viele öffentliche und private Entscheidungsträger zögern immer noch, stärker in Forschung, Technologie und Innovation (FTI) zu investieren, weil die Entscheidungsgrundlage zu schwach und die Unsicherheit über Auswirkungen und Erfolge zu groß ist. Um diesem Manko zu begegnen, beschäftigt sich das SEZ mit der Anwendung strategischer Politik- und Managementinstrumente (SPI) wie z.B. Innovationsaudit, technologischer und regionaler Vorausschau, Technologiebeobachtung, Technikfolgenabschätzung und Roadmapping, Evaluierung, Benchmarking und Good Practice Analyse. Ein kombinierter und systematischer Einsatz dieser Instrumente soll zur erfolgreichen Planung, Gestaltung und Umsetzung von FTI-Politiken, -Programmen und -Investitionen beitragen.
Die fallspezifische Anwendung von diesen Instrumenten ermöglicht die Gewinnung von strategischem, zukunftsorientiertem Wissen (über langfristige Entwicklungen, globale Trends, Chancen und Risiken, Erfolgsfaktoren, Vorteile und Nachteile im Vergleich zu anderen Wettbewerbern/Optionen etc.) und anschließend die „Übersetzung“ in konkretes Handeln.
Auswirkungen bestimmter grundlegender Entscheidungen werden dabei antizipiert: z.B. mit welchen Ergebnissen kann gerechnet werden und wie wirken sich diese auf den Erfolg der Maßnahme bzw. die weiteren Aktivitäten und gegebenenfalls auf das weitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld aus? Dadurch kann das Risiko von falschen Entscheidungen minimiert und die Rentabilität von Investitionen erhöht werden. Durch den Einsatz von strategischen Politik- und Managementinstrumenten soll auch dem wachsenden Bedarf nach mehr Transparenz und Partizipation bei Investitionsentscheidungen Rechnung getragen werden. Die Einbeziehung betroffener Akteure in SP-Prozesse führt zu breit akzeptierten Entscheidungen, weil sie im gegenseitigen Verständnis entwickelt wurden. Deshalb sind sie auch besser umsetzbar und letztendlich erfolgreicher, für ein Unternehmen, ein Cluster oder für eine Region als Ganzes.
Für die Entwicklung und Strukturierung solcher Prozesse und ihrer Ergebnisse werden verschiedene Techniken verwendet (wie z.B. Szenario-Workshops, Expertenpanels, Kreativitätstechniken, STEEPV- und SWOT-Analysen).
Um effizient optimale Entscheidungsgrundlagen zu entwickeln, sollten strategische Politik- und Managementinstrumente, im öffentlichen und privaten Bereich, nicht als isolierte Aktivitäten betrachtet und durchgeführt werden. Vielmehr sollten sie den gesamten Planungs- und Umsetzungsprozess unterstützen. Dann können sie mit geringerem Aufwand dauerhaft einen Beitrag zur Formulierung von FTI-Politiken und zur Umsetzung von Investitionsentscheidungen liefern. Wie das konkret erfolgen kann, können Sie am fiktiven Beispiel der Region Ruritanien sehen, das im Rahmen des EU-geförderten Projektes RegStrat entwickelt wurde.
