Entwicklung regionaler Innovationsstrategien (RIS)
Um die Innovationsfähigkeit und damit die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität ihrer Regionen zu stärken, entwickeln politische Akteure in den letzten Jahren verstärkt regionale Innovationsstrategien (RIS). RIS dienen dazu, die Rahmenbedingungen für das ökonomische Handeln aller regionalen Akteure, insbesondere von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs), zu optimieren und Innovationshemmnisse abzubauen, z.B. durch die bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.
Die Entwicklung einer regionalen Innovationsstrategie umfasst im Wesentlichen folgende Schritte:
- Initiierung eines aktiven regionalen Dialogs unter Beteiligung aller relevanten Akteure des regionalen Innovationssystems,
- Analyse des regionalen Innovationssystems, inkl. des regionalen Bedarfs und der regionalen Kompetenzen in den Bereichen Forschung, Technologie und Innovation (FTI),
- Identifikation und Auswahl von prioritären Handlungsfeldern, in denen FTI-Aktivitäten verbessert und unterstützt werden sollen,
- Entwicklung breit mitgetragener Politiken und strategischer Ansätze zur regionalen Innovationsförderung (im Rahmen dieser Handlungsfelder), sowie
- Entwicklung und Umsetzung von konkreten Handlungsplänen und (Pilot-)Projekten.
Die primär kurz- und mittelfristig ausgerichteten regionalen Innovationsstrategien können mittels moderierter Strategieprozesse um eine längerfristige Orientierung und einen breiteren Ansatz ergänzt werden. Strategische Politik- und Managementinstrumente (SPI) wie regionale Vorausschau, Technikfolgenabschätzung und Roadmapping können vor, während oder nach einem RIS-Prozess angewendet werden, um regionalen Entscheidungsträgern fundiertes Wissen über zukünftige Entwicklungen, Herausforderungen und Trends zur Verfügung zu stellen. Solche umfassenden Informationen über die Auswirkungen auf die zukünftige Ausrichtung und Entwicklung der Region erleichtern es Entscheidungsträgern, passgenaue und nachhaltige Politiken und Programme zu entwickeln und zu implementieren. Ein kombinierter RIS- und SP-Ansatz ermöglicht so eine umfassende strategische Orientierung aller regionalen Akteure und kann als Grundlage für nachfolgende direkt innovationsstimulierende Aktivitäten wie z.B. unternehmensinterne Strategieentwicklung oder regionale Förderung von Clustern dienen.
Seit 1994 hat die Europäische Kommission die Entwicklung von über 120 regionalen Innovationsstrategien unterstützt. Mit dem Programm RIS-NAC (Regional Innovation Strategies in the Newly Associated Countries) förderte die Generaldirektion Unternehmen und Industrie seit 2001 Regionen in den neuen Mitgliedsstaaten oder in assoziierten Staaten der EU bei der Entwicklung von regionalen Innovationsstrategien (www.innovating-regions.org). Das SEZ hat im Rahmen dieses Programms die drei Regionen Süd-West-Bulgarien (Projekt RIS BRIDGE), Niederschlesien in Polen (UPRIS) und Israel mit dem „Oberen Galiläa“ (GAL-EDGE) bei der Entwicklung und Ausgestaltung von Innovationsstrategien und Maßnahmen zur Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit begleitet. In diesen Projekten wurden mit Hilfe des SEZ die traditionellen Ansätze regionaler Innovationsförderung durch Methoden der regionalen Vorausschau in einen größeren Kontext eingebunden und auf eine solidere Basis gestellt.
